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27.03.14 - ÖSTM im Rollstuhlrugby (Frühjahrsrunde) 22.-23.03.14

Mit zwei Teams des RSC heindl OÖ

Text: David Kühhas
Foto: Manfred Starmayr

Frühjahrsrunde der ÖSTM im Rollstuhlrugby in Linz (22.03. - 23.03. 14) 

Von 22.- 23. März wurde die Oberösterreichische Landessportschule wieder zum Hotspot des Rollstuhlrugby. Die Salzburger Rugbybulls, die Steirischen Eichen sowie die Four Aces aus Niederösterreich schickten sich an, um den regierenden Staatsmeister aus OÖ vom Thron zu stürzen. 

Getreu dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ fanden sich neben den Organisatoren Richi, Max, Hannes und Christoph und zahlreichen fleißigen Helferlein des RSC heindl OÖ auch drei Schüler (Florian, Philipp, Kevin) samstags um 8 Uhr Früh in der Landessportschule ein, um uns im Rahmen ihres Psychologie-Unterrichts bei den direkten Vorbereitungen zur ÖSTM zu unterstützen.
Einer spannenden, hitzigen und hart umkämpften Frühjahrsrunde der ÖSTM 2014 stand somit nichts mehr im Weg. Vielen herzlichen Dank dafür! 

Wie bereits in den vergangenen Jahren bot der RSC heindl zwei Teams auf, ein eindeutiger Beleg für die gute Trainingsarbeit. Zum Auftakt des Turnierwochenendes kreuzten OÖ I und OÖ II im „Derby“ die Klingen.
OÖ I vermochte einen fulminanten Start zu verbuchen, schon die ersten Momente der Begegnung ließen vermuten in welche Richtung sie sich entwickeln würde. OÖ II kämpfte wacker und verbissen, steckte nie auf und stellte seine Qualitäten unter Beweis. Christoph, Mudi & Co mussten sich nach heroischem Fight allerdings der Ruhe und Abgeklärtheit von OÖ I geschlagen geben und zogen schlussendlich nach 32 gespielten Nettominuten mit 57 : 25 den Kürzeren. 

Im Anschluss vermochten stark dezimierte Salzburger den Steirischen Eichen nichts entgegenzusetzen und rollten mit einer 19 : 50-Niederlage im Gepäck, aber dennoch erhobenen Hauptes vom Feld. 

In der dritten Begegnung galt es für OÖ II dem Titelanwärter Four Aces Paroli zu bieten. Dieses Unterfangen glückte zu Beginn wirklich nicht schlecht, allerdings ließ die höhere individuelle Klasse, nicht zuletzt in Form des belgischen Nationalteam-Imports Ludwig Budeners die Partie rasch zugunsten der Four Aces kippen.
Die geballte Routine der NÖ führte unweigerlich dazu, dass ganz gleich, welche Hebel Upper Austria 2 in Bewegung setzte, wo man auch an den Taktik-Rädchen schraubte, die Four Aces fanden auf alles eine Antwort. Der aufopferungsvolle Kampf, voller Einsatz und großer Wille blieben unbelohnt – Endstand: 36 : 57! 

Angefeuert vom zahlreich erschienen Publikum machte sich OÖ I daran den Rugbybulls aus Salzburg die Hörner zu stutzen. Die Begegnung nahm von Beginn an den erwarteten Verlauf, unsere Dominanz erdrückte die Salzburger förmlich, die Mozartstädter konnten ihr Spiel nie wirklich aufziehen und bissen sich Mal für Mal an unserer Defense die Zähne aus.
Wie auch bereits in der Auftaktpartie kamen in unseren Reihen alle Spieler ausgiebig zum Einsatz, vor allem Sarah Obermayr, unser Team-Rookie lieferte zwei gelungene Talentproben ab. Herzliche Gratulation ! Bei Ertönen der Schlusssirene stand ein völlig ungefährdeter und hochverdienter
52 : 23-Triumph zu Buche. 

Im letzten Match des ersten Tages forderten die hochmotivierten und ambitionierten Steirer die Four Aces heraus. In einem zu Beginn ausgeglichenen und immerfort temporeichen Spiel behielt letzten Endes die Equipe rund um Wallner und Ramic mitv52 : 40 die Oberhand. 

Turniertag zwei versprach ebenso spannend und dramatisch zu verlaufen.
Die Rugbybulls und OÖ II bestritten die Auftaktbegegnung. Richi, Christoph, Mudi und Reinhold, die Starting Four von OÖ II, ließen sich nicht lange bitten und stellten eindrucksvoll klar, wer der Herr im Hause war.

Die Salzburger mobilisierten all ihre Kraftreserven und warfen alles in die Waagschale, doch gegen die Überlegenheit der Gastgeber war schlicht und einfach kein Kraut gewachsen. Die Defensivarbeit funktionierte prächtig, aus den erzwungenen Fehlern der Rugbybulls resultierten einfache Tore, es lief wie am Schnürchen.
OÖ II brachte in jeder Partie alle Kaderspieler zum Einsatz, Andi und Christian wussten zu überzeugen und fügten sich mit ihren Qualitäten gut ins Spiel ein, das bis zum Schluss konsequent ohne Leistungsschwankung herunter gespult wurde. 59 : 24! 

Nun war alles angerichtet für den großen Showdown: Upper Austria vs. Four Aces - das möglicherweise vorentscheidende Duell um die österreichische Staatsmeisterschaft! In den Reihen der Niederösterreicher wirkte am Sonntag Nationalteamkapitän Andreas Jurik mit, der extra die Anreise aus Berlin auf sich genommen hatte.
Aufgrund dessen gingen die Niederösterreicher als leichter Favorit in das Spiel, standen dem 8-Punkte-Line-Up auf unserer Seite mit Bruno, Max und mir doch nur 7 Punkte gegenüber. Voller Motivation, Kampfgeist und Entschlossenheit stellten wir uns der Herausforderung, wussten wir doch um unsere Chance und waren bereit diese zu nutzen.
Beide Teams gingen äußerst abgeklärt zu Werke, doch gelang es uns den ersten niederösterreichischen Angriff zu unterbrechen und ihnen somit ein Time-Out abzuringen. In weiterer Folge glückte es uns, die eigenen Angriffe durch ein äußerst konzentriertes Auftreten und einer klaren Spielidee konsequent in Tore umzumünzen.
Es schlichen sich keine Fehler im Angriffsspiel ein, die Presse arbeitete gut und stand bereits im ersten Viertel knapp vor der Eroberung des einen oder anderen Turnover. Zu Ende des ersten Spielabschnitts sahen alle die Vermutungen, wonach es auf ein äußerst knappes, umkämpftes Spiel hinauslaufen würde, das bis zum Schluss auf Messers Schneide stünde, bestätigt. 13 : 12!
In weiterer Folge war unserer Vorhaben den Druck auf die Four Aces zu erhöhen von Erfolg gekrönt. Wenngleich es Budeners, Jurik und Co immer wieder gelang Tore zu erzielen, sahen sie sich doch mit zunehmenden Druck in der Offensive konfrontiert. Dank einer überragenden Mannschaftsleistung wurde der ballführende Akteur im Backcourt gestoppt, die Fehlwürfe somit erzwungen.
Die Eigenheit, dass NÖ darauf verzichtete, die Timeouts aufzubrauchen und stattdessen Turnover produzierte, spielte uns in die Karten und wir konnten uns Mitte des zweiten Viertels einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Wir hielten die Konzentration und den Spaß am Spiel über das gesamte Spiel aufrecht, leisteten uns nur sehr wenige Fehler, während die Four Aces immer nervöser wirkten und ihnen mehr und mehr Flüchtigkeitsfehler unterliefen.
Da OÖ I im Stile einer Spitzenmannschaft aus diesen kleinen Fehlern konsequent Kapital schlug, entwickelte sich zusehends ein Spiel, das zu unseren Gunsten verlief. Beflügelt durch das sehr gute Auftreten, surften wir regelrecht auf einer Welle, es glückte wirklich nahezu alles, die äußerst geringe Fehlerquote ließ die Niederösterreicher immer mehr verzweifeln.
Wenige Sekunden nach Erzielen des letzten Tores war Gewissheit was im Vorfeld der Partie wohl keiner für möglich gehalten hätte: Die prognostizierte enge Partie hatte sich zu einer verhältnismäßig unerwartet deutliche Angelegenheit entwickelt.
Der final score von 52 : 43 übertraf unser aller kühnsten Erwartungen.
Ein sensationelles Ergebnis, das zweifellos einer überragenden Mannschaftsleistung geschuldet ist, jeder aus der Starting Four agierte nahezu fehlerlos, blieb immer positiv und ich für meinen Teil muss zugeben, dass mir dieses Match verdammt viel Spaß bereitet hat, da es sehr gut lief und ein Rädchen wirklich ins andere griff. 

Dieses deutliche Ergebnis im Spitzenspiel ist natürlich mit keiner Vorentscheidung im Titelkampf gleichzusetzen, allerdings beschert es uns nun eine glänzende Ausgangsposition im Kampf um den Staatsmeistertitel. 

Im Anschluss kreuzten OÖ II und die Steirischen Eichen die Klingen. Von Beginn weg gingen alle Beteiligten mit vollstem Einsatz ans Werk, OÖ II zeigte deutlich, das man hier gewillt war dagegenzuhalten.
Doch leider ereilte Upper Austria 2 ein ähnliches Schicksal wie gegen OÖ I, man verschlief den Start, unnötige Hektik und Ballfehler prägten anfangs das Bild. Die Gastgeber zogen sich allerdings erfolgreich selbst wieder aus dem Tal und zeigten anschließend eine couragierte und ansprechende Leistung.
Die Steirischen Eichen, in ihren Reihen agierten zumeist zwei Nationalteamspieler hielten stets die Konzentration hoch, sodass OÖ II die Möglichkeit genommen wurde, den Steirermen nochmals richtig gefährlich zu werden. Mudi und Co konnten allerdings schöne Achtungserfolge für sich verbuchen und setzten das eine oder andere Ausrufezeichen, vor allem in der Offensive arbeitete man immer wieder schön im Mannschaftsverbund.
Letztendlich vermochte man die 32 : 45-Niederlage allerdings nicht abzuwenden. 

NÖ – Salzburg: 33 : 18 

Zum Abschluss der Frühjahrsunde stand die Begegnung Steirische Eichen versus OÖ I auf dem Programm. Die Steirer warfen alles in die Waagschale und stellten uns lange Zeit auf den Prüfstand.
Sie kratzten und kämpften verbissen, schenkten uns keinen Zentimeter Platz. Darüber hinaus muss man wohl auch zugeben, dass wenngleich wir eine starke, grundsolide Vorstellung boten, keiner mehr ganz an das sehr gute Niveau vom Vormittag herankam. Lange blieben die Steirer
 mit -6/-7 Toren in Schlagdistanz, wehrten sich nach Kräften, ehe wir kurz vor Schluss nochmals zulegen konnten und bei den Eichen der Kräfteverschleiß leichte Spuren hinterließ.
Ergebnis: 53 : 41! 

Abschließend möchte ich mich im Namen des RSC heindl OÖ bei den Sponsoren Frankenmarkter, Hochreither, Honeder und Red Bull bedanken, ohne deren großartige Unterstützung eine Durchführung der Frühjahrsrunde der ÖSTM in dieser Form nicht möglich gewesen wäre. Ein großes Dankeschön gilt natürlich auch unseren Betreuern Romana, Erwin, Milan und Gottfried die uns, wann immer nötig helfend zur Seite standen. Den fleißigen Damen beim Buffet sowie den Organisatoren Hannes, Richi und Max sei ebenso aufs Herzlichste gedankt. Ich denke der RSC heindl OÖ kann auf eine sehr erfolgreiche Frühjahrsrunde zurückblicken und mit einem positiven Gefühl die Vorbereitung auf die Herbstrunde in Angriff nehmen.